Das Schneeschuhgehen oder auch
Schneeschuhwandern erfreut sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit. Immer mehr Menschen nutzen die Möglichkeit, sich in der Stille der Natur zu bewegen, die Landschaft zu genießen, durch Pulverschnee zu laufen oder einfach einmal auszuspannen. Die Anfänge der
Schneeschuhe liegen weit zurück. Sie erleichterten im Winter Indianern, Jägern und Trappern das Fortbewegen auf oftmals tagelangen Märschen. Der Vorteil des Schneeschuhgehens gegenüber dem Skifahren oder Snowboarden ist, dass man es nicht erlernen muss, man kann es von Natur aus. Zum Anfang ist sicherlich etwas Gewöhnung dabei, man läuft ja doch etwas breitbeiniger und kommt sich selbst auch mal in die Quere, aber schon nach kurzer Zeit „läuft“ es fast von ganz alleine.
Wenn Sie noch nie mit Schneeschuhen gelaufen sind, so raten wir grundsätzlich dazu, sich diese erst einmal auszuleihen und an einer geführten Tour teilzunehmen oder mit Freunden, die sich auskennen eine Wanderung zu unternehmen. So können Sie in aller Ruhe selber entscheiden, ob das Schneeschuhgehen etwas für Sie ist.
Schneeschuhe kann man sich heutzutage an vielen Skiverleihstationen ausleihen, aber auch Schneeschuhshops haben in der Regel Leihmodelle.
Seit einigen Jahren gibt es eine Vielzahl von Schneeschuhproduzenten, welche die unterschiedlichsten Modelle produzieren. Die bekanntesten Marken sind sicherlich
MSR,
TUBBS, TSL und INOOK. Aber auch
ATLAS,
SALEWA,
VAUDE und andere bieten
Schneeschuhe an. Bei der Auswahl der richtigen
Schneeschuhe sind ein paar Dinge zu beachten. So gibt es unterschiedliche Schneeschuhmodelle, die je nach Gelände und Beschaffenheit aber auch in Abhängigkeit des eigenen Gewichts (inkl.
Bekleidung und
Ausrüstung) zum Einsatz kommen. Man unterscheidet heutzutage zwischen Modellen mit einem Aluminiumrahmen und den reinen Kunststoffmodellen. Erstere sind mit einem sehr strapazierfähigen besonders reißfesten und robusten Material bespannt und werden von den Firmen
ATLAS,
MSR und
TUBBS angeboten.
Schneeschuhe mit Aluminiumrahmen eigenen sich besonders im flachen bis hügeligen Gelände. Sie besitzen in der Regel zumindest Frontzacken/Krallen, so dass man leichte Steigungen bewältigen kann und sich bei seiner Tourenplanung nicht auf die Ebene beschränken muss, und darüber hinaus je nach Modell
Harscheisen oder seitliche Spikes für guten Grip und eine leichte Traktionskontrolle. Ausnahme hier sind die
MSR Modelle mit einem aggressiven Aluminiumrahmen, der als
Harscheisen dient, da er nicht wie bei den anderen Herstellern abgerundet ist. Somit eignen sich diese
Schneeschuhe ebenfalls hervorragend für sehr steiles, alpines Gelände. Immer mehr in Mode kommen die reinen Kunststoffmodelle. Diese haben die unterschiedlichsten Formen und Eigenschaften. In der Regel sind die Seiten weiter nach unten gezogen als bei den zuvor genannten Modellen. Dies schafft Auflagefläche, welche man im Tiefschnee benötigt, darüber hinaus lassen sich hier sehr gut Spikes und
Harscheisen integrieren, um im steilen Gelände genügend Seitenhalt mit den Schneeschuhen zu haben. Ein weiterer Vorteil ist die schmalere Bauform der
Schneeschuhe, so dass die Gangart sehr an das natürliche Gehen heranreicht.
Neben der Schneeschuhform und dem Material sind noch weitere Ausstattungsmerkmale interessant bzw. wichtig. So gibt es
Schneeschuhe mit Steighilfe und welche ohne. Wozu braucht man die Steighilfe? Die Steighilfe klappt man in steilem Gelände aus und erhält so je nach
Hersteller und Modell einen Höhengewinn von bis zu 6 cm an der Ferse. Der Aufstieg wird somit erleichtert, die Füße bleiben damit annähernd in der natürlichen Laufposition (natürlich abhängig vom Grad der Steigung). Darüber hinaus eignet sich die Steighilfe in der Regel auch als Verschluss für die Bindung. Mittels Feststellen halte ich die Bindung am
Schneeschuh und erleichtere damit das Bergablaufen. Nutzt man seine
Schneeschuhe lediglich im flachen Gelände, so kann man auch auf eine Steighilfe verzichten. Da sie aber kaum Gewicht mitbringt, ist es nicht schlecht sie integriert zu haben, man weiß ja nie.
Im Allgemeinen verwendet man zum
Schneeschuhwandern hohe
Schuhe, mitunter spezielle
Winterstiefel. Damit von oben kein Schnee in die
Schuhe dringen kann, empfiehlt sich bei Tiefschnee das Tragen von separaten
Gamaschen oder entsprechenden
Hosen mit
Gamaschen. Je nach Schuhmodell wählt man die passende Bindung aus. Riemenbindungen, durch Dornenschnallen oder Rückschlaufen auf die richtige Größe einstellbar, eignen sich für weichere und flexiblere
Schuhe, sie tragen nicht so dick und fest auf und bieten trotzdem sicheren Halt. Neben den Riemenbindungen gibt es noch die Ratschenbindung, welche bei festeren Schuhen hervorragend zur Geltung kommt. So wie von der Snowboardbindung bekannt, wird mit dieser der
Schuh sicher und fest mit der Bindung verbunden. Auch eine Kombination aus beiden Bindungen gibt es. Einige Modelle bieten darüber hinaus die Möglichkeit, die Bindung mit einem Skischuh oder Skitourenschuh zu benutzen.
Auf was sollte man neben der richtigen Wahl der Schneeschuhform, mit oder ohne Steighilfe und der richtigen Bindung noch achten? Auf die maximale Belastung. Die Auswahl der
Schneeschuhe hinsichtlich ihrer max. Belastung ist aus zwei Gründen wichtig: Zum einen verhindert man mit der richtigen Größe das zu tiefe Einsinken im Schnee und zum anderen spart man Gewicht und Kraft, wenn man die
Schneeschuhe nicht zu groß auswählt. Bei der Berechnung des Gewichts bitte auch an
Kleidung und mitgeführte
Ausrüstung denken.
Um mit den Schneeschuhen gut und sicher voranzukommen empfehlen wir zusätzlich Schneeschuhstöcke,
Tourenstöcke oder
Trekkingstöcke mit Schneeteller.
So schön die Natur ist, umso wichtiger ist es, sie zu schützen! Man sollte immer - nicht nur auf
Schneeschuhtouren - den Lebensraum der Tiere respektieren. Dazu zählt insbesondere Tiere nicht aufzuschrecken, Futterstellen weiträumig zu umgehen, Schutzgebiete nicht zu betreten, auf Hinweise von Lebensräumen zu achten, nach Möglichkeit nur gekennzeichnete Wege zu benutzen etc. Darüber hinaus versteht es sich von selbst keinen Müll in der Natur zurück zu lassen, keine Pflanzen zu beschädigen und alles zu unterlassen, was eine Schädigung von Mensch und Natur nach sich ziehen würde. Nur so kann jeder einzelne noch lange die Natur genießen.