Der Fangstoß ist die Kraft, die beim ersten Sturz unter definierten
Bedingungen (Gewicht, Sturzfaktor…) entsteht und durch das Seil
aufgenommen wird. Bei Prüfungen steigt mit jedem neuen Sturz der
Fangstoß im
Seil an, und davon, wie schnell er ansteigt, ist auch die
Ergebnisanzahl der gehaltenen Normstürze abhängig. Je höher die Anzahl
der Normstürze ist, umso höher ist für den Benutzer auch die
Lebensdauer des Seiles.
Die praktische Verwendung der Seile im Freien oder auf Trainingswänden
unterscheidet sich jedoch von den Laborbedingungen. Bei einer
standardisierten Seilprüfung wird das Ende des Seiles fest fixiert, in
der Realität haben jedoch die
Sicherungsgeräte und –systeme einen
bestimmten Seildurchlauf, wodurch der Sturz dynamisch aufgefangen wird.
Mit Hilfe einer dynamischen Sicherung wird dann ein Teil der
Fallenergie aufgeteilt und damit reduziert sich auch der Fangstoß.
Deshalb ist es wichtig, die richtige dynamische Sicherung zu
beherrschen und zu verwenden.
Achtung! Entscheidend für den Fangstoß ist auch der Sturzfaktor - praktisch ist für den Fangstoß nicht wichtig, wie lang der Sturz ist, sondern wie groß der Sturzfaktor war. Ein 5 Meter langer Sturz mit einem Sturzfaktor f = 1 weist einen bedeutend kleineren Fangstoß aus, als ein gleich langer Sturz mit einem Sturzfaktor f = 2. Die Sturzenergie des Kletterers wird von sog. „aktiven Seillänge“ absorbiert.
Quelle: Tendon Katalog 2007