Wer auf langen Touren auf jedes Gramm
Gepäck achtet und somit auf ein
Zelt zum Übernachten verzichten möchte, findet in einem
Biwaksack während des Schlafens Schutz. Diese stabile, wasser- und
winddichte Hülle ist aus einem Material gefertigt, wie es auch für
Jacken oder
Zelte verwendet wird. Man kann es als Schutz vor Wind und Regen um den
Schlafsack packen oder sich bei extremen Wetterumschwüngen während des Treks hineinstellen oder -setzen. Die
Biwakhülle wird dann bis auf ein kleines Atemloch verschlossen und man ist vor widrigen Witterungsbedingungen in Sicherheit. Es gilt allerdings zu beachten, dass es bei den Biwaksäcken einige Unterschiede gibt. Minimales Gewicht haben sicher die wasserdichten
Biwaksäcke, ihr Material ist dem eines
Zeltes vergleichbar. Sie sind aber nicht atmungsaktiv, so dass sich aufgrund des Wasserdampfes Feuchtigkeit in der Hülle sammelt, wodurch alle Gegenstände innerhalb eines Biwaksacks (auch der
Schlafsack) feucht werden und nicht mehr optimal wärmen. Sie eignen sich also eher für ein Notfall-Biwak. Auf geplanten Biwak-Touren bieten sich eher die atmungsaktiven
Biwaksäcke an, die mittels Membran das Kondenswasser heraustransferieren. Sie bringen etwas mehr Gewicht, aber durchaus auch mehr Komfort mit sich.
OutdoorTrends bietet sowohl wasserdichte PU-beschichtete Notfall-Biwakhüllen aus Ripstopnylon wie den Shelter von
Deuter, die Bivybags von
EXPED, den Ultralite Bivi
Bag von Mountain
Equipment, den Gemini von
Ortovox und den Bivy von
PIEPS, als auch atmungsaktive Modelle von Mountain
Equipment,
MSR,
Salewa und
VAUDE mit verschiedensten Membranmaterialien. Kapuzen oder Sturmkragen, Lüftungsöffnung und getapete oder verschweißte Nähte komplettieren ebenso wie Signalfarben, reflektierende Aufdrucke oder andere Notfallinstrumente diese kleinen Lebensretter.
Beispielsweise ist der Shelter II von
Deuter ganz schön variantenreich: In den Wind- und
Wetterschutz schlüpft man bei Notfällen komplett und mitsamt
Gepäck wie in einen
Regenponcho. Darüber hinaus kann man den Zwei-Personen-Biwaksack bei Übernachtungen im Freien als Außenhülle für den
Schlafsack benutzen und hat somit einen zusätzlichen Schutz vor Kälte, Nässe und Schmutz. Aber auch als
Tarp kann man ihn verwenden und bekommt so einen einfachen Unterschlupf. Darüber hinaus lässt sich der Shelter II zu einem kleinen Biwakzelt aufrichten. Die Plane wird hierzu mit den mitgelieferten Heringen fixiert und mit einem
Trekkingstock lässt sich ein zeltartiger Aufbau über dem Kopf errichten. Ein kleines Trapez sorgt für zusätzlichen Schutz bei Regen und Wind. Das reflektierende Deuter-Logo und der
Packsack mit SOS-Label sind in Notfallsituationen und bei schlechten Lichtverhältnissen gut erkennbar.
Der Bivybag von
EXPED funktioniert als Windschutzsack während der Rast, als
Poncho und natürlich als wasserdichter
Biwaksack. Die Verarbeitung ist vom Feinsten: genäht wurde mit bei Nässe expandierendem Baumwoll-Polyester-Faden für regendichte Nähte, eine Tunnel-Naht, die auch bei heftigem Zug auf die Nähte keine Nahtlöcher aufklaffen lässt, wurde entwickelt, eine Licht-reflektierende Kordel zur besseren Orientierung und drei Bodenöffnungen, die all zu viel Kondenswasserbildung verhindern, eingesetzt.
Eines der leichtesten Biwakzelte auf dem Markt ist das AC-Bivy von
MSR mit einer wasserfesten, atmungsaktiven, zweischichtigen Oberfläche und einen DuraShield™-beschichteten
Boden. Der Netzverschluss mit Reißverschluss sorgt für maximale Belüftung bei gleichzeitigem Insektenschutz.
Im Borealis Bivi von Mountain
Equipment finden Sie Schutz vor den widrigsten Witterungsbedingungen. Hergestellt aus luftdurchlässigem GORE-TEX® Starlight Außenmaterial und einem sehr langlebigem, mit Hypalon (10.000mm Wassersäule) verstärktem
Boden ist dieser
Biwaksack nicht nur extrem wasserdicht und atmungsaktiv sondern auch sehr kälteresistent.
Tipps für ein Biwak: Da Wind schnell zum Auskühlen führt, sollte ein Biwak sollte immer an einer windgeschützten Stelle durchgeführt werden. Felswände und Hecken bieten sich ebenso an, wie ein im Winter gegrabenes Schneeloch. Weiterhind sind alle Kontaktflächen zum
Biwaksack und zum Untergrund gut zu isolieren. So kann man sich auf Seile oder
Rucksack, dünne Äste oder falls vorhanden die
Isomatte setzen und an den Schultern, Knien, Kopf durch möglichst viele Kleidungsstücke Wärmeverluste vermeiden. Um die Blutzirkulation nicht zu beeinträchtigen sollte einschnürende
Kleidung, wie Gürtel,
Schuhe u.ä. gelockert werden. Bei einem geplanten Biwak ist es ratsam, Ausrüstungsgegenstände, die man nicht mit in den
Biwaksack hineind nimmt durch Plastiktüten vor Feuchtigkeit zu schützen.