Kunstfaserschlafsäcke
Beim Kauf eines Outdoor-Betts geht es neben dem Gewicht auch um die dem Einsatzort angemessene Wärmeleistung. So ist beispielsweise auf Touren im Mittelgebirge von Ende Frühjahr bis Anfang Herbst ein
Schlafsack, der bis null Grad warm hält, ideal. Im Gebirge oder im hohen Norden sollte er erst bei -5°C seine Grenzen erreichen. Ist man jedoch eine Frostbeule, ist es besser noch fünf bis acht Grad Reserve dazuzurechnen.
Wurden vor einigen Jahren noch
Daunenschlafsäcke auf
Trekkingtouren bevorzugt, da sie leichter waren, sich kleiner verpacken ließen und eine höhere Wärmeisolation brachten, hat man heute die Qual der Wahl zwischen
Daune oder
Kunstfaser. Die Isolierungseigenschaften der verschiedenen Kunstfasern reichen fast an die natürliche Leistung der
Daune heran. Darüber hinaus sind die Synthetikmodelle pflegeleichter, nehmen nicht so viel Feuchtigkeit auf, trocknen schneller und wärmen auch noch im feuchten Zustand mäßig. In Gewicht und Packvolumen liegen die verschiedenen Sommermodelle oder 3-Jahreszeitenschlafsäcke zwar noch hinter den Daunenschlafsäcken, holen aber immer mehr auf.
Die leichtesten
Sommerschlafsäcke für den Komfortbereich zwischen 11 und 15°C und mit einer 1-lagigen
Kunstfaserfüllung wiegen ca. 600 bis 700 g. Wasserabweisende Außengewebe wie Dura-Hexlite-RS von
Deuter oder balanceTX von
Mammut sorgen für einen trockenen Schlaf, während Kapuzen, ergonomischer Fußbereich, Mumienschnitt und viele Extras die nötige Wärme liefern.
Im Komfortbereich zwischen 6 und 10°C gibt es folgende Modelle mit einem Gewicht unter 1 kg:
Deuter - Orbit +5°,
Haglöfs - LIM100 und
Lafuma - Extreme 950 Pro. Diese
Sommerschlafsäcke mit komprimierbarem
Packsack zeichnen sich durch hohe Qualität und ein korrektes Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Bei gleichem Wohlfühlbereich aber etwas schwerer sind die Ausführungen Exosphere, Space I und II von
Deuter, die Slumber-Kollektion von
Haglöfs, Purple Haze und Ultralight von Jack Wolfskin und Tundra Spring von
Mammut.
Leicht und trotzdem ausreichend warm bei +1 bis +5°C ist der geräumige, gut isolierende Lamina von Mountain Hardwear. Mit seiner weichen und hoch komprimierbaren Thermic Micro
Kunstfaserfüllung, die fast den Kuschelfaktor von Daunen erreicht, ist er in punkto Gewicht und Packvolumen führend in dieser Kategorie. Dicht auf den Fuß folgen die Kreationen von
Haglöfs und
Deuter.
Auch für Übernachtungen bei Umgebungstemperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt, gibt es bei den
Kunstfaserschlafsäcken Modelle, die für angenehme Wärme und Komfort sorgen. Allen voran der
Deuter Exosphere mit der neuen Thermo Stretch Comfort Konstruktion. Diese lässt aufgrund der dehnbar verarbeiteten Konstruktionsnähte eine Dehnung des Schlafsacks um 25 % in der Breite zu. Jede Menge Bewegungsfreiheit und damit Komfort und Wohlbefinden werden gewonnen. Besonders genial ist, dass sich der elastische
Schlafsack nah an den Körper schmiegt. So bilden sich keine unnötigen Lufträume, die der Schläfer mit viel Energieaufwand die ganze Nacht über erwärmen muss. Die Tri-Fusion Kunstfasern der Haglöfs-Reihe gewähren technisch avancierte
Kunstfaserschlafsäcke mit hervorragend günstigem Verhältnis zwischen Gewicht und Wärmekapazität.
Der größte Teil der
Schlafsäcke ist koppelbar und fast alle Modelle weisen Extras auf. Wärmeverlust über den Kopf ist dank Konturfunktionskapuzen mit unterschiedlichen Schnürzügen, 3-dimensionalen, einhändig bedienbaren Kapuzen, anatomisch geformter, perfekt schließender Wärmekapuzen oder geschlossenen Kapuzen, die trotzdem noch eine vollständige Sicht erlauben, nahezu unmöglich. Ergonomische bzw. anatomisch optimierte Fußbereiche, komfortable Fußboxen, Fußwärmer oder extra isolierte Fußenden sorgen für warme Füße während des Schlafens. An den Reißverschlüssen kann z.B. durch einen Kälteschutzumschlag oder die doppelt, verstärkt Reißverschluss-Abdeckung keine Kälte eindringen. Zusätzlich punkten die
Hersteller mit Reißverschluss-Klemmschutzleisten, doppelter, verstärkter Reißverschluss-Abdeckung für störungsfreie Reißverschluss-Benutzung, Reißverschluss-Klemmschutzband, Anti-Einzwick-System am Reißverschluss und langen, koppelbaren 2-Wege- oder phosphoreszierende Reißverschlüssen. Die Anbringung und Verarbeitung der Reißverschlüsse hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert, trotzdem sollte mal wissen, dass man, um Verrenkungen der Arme vorzubeugen als Rechtshänder besser den Reißverschluss auf der linken Seite wählt und als Linkshänder entsprechend auf der rechten. Den Wärmerückhalt an den Schultern garantieren verstellbare Thermokragen, Wärmekragen mit integriertem Schnürzugtunnel oder 3-dimensionale, ergonomische, perfekt schließende Wärmekragen. Die Dryzone im Kopf- und Fußbereich schützt mit wasserabweisendem Bezugsstoff vor Feuchtigkeit. Oft findet man auch eine Wertsachen-Innentasche, manchmal eine Kissentasche, auf jeden Fall aber mitgeliefert werden Kompressionspacksäcke für einen platzsparenden Transport der
Kunstfaserschlafsäcke. Tipp:
Schlafsack beim Komprimieren nicht rollen und falten sondern stopfen, damit der Inhalt nicht immer an der gleichen Stelle belastet wird. Die meisten Synthetikschlafsäcke sind im Mumienschnitt, einige lassen sich als
Decke nutzen und andere Modelle sind
Deckenschlafsäcke. In der Regel sind sie sowohl für Männer, als auch für Frauen geeignet. Die Deuter-SL-Modelle für Frauen bieten zusätzlich Komfort und wohlige Wärme durch Body-Warmer-Fleece Einsätze aus flauschigem Brushed Thermo
Fleece im Nierenbereich, oben und unten, sowie an den Füßen.