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Der Trail Spacer von VAUDE im Praxistest

VAUDE-Trail-Spacer-8-im-Praxistest_10-225x300[1]Wer auf der Suche nach dem richtigen Rucksack fürs Trailrunning ist, hat inzwischen eine große Auswahl an Herstellern. Neben den bekannten Marken wie z.B. Salomon, Dynafit, inov-8, Patagonia oder Camelbak hat jetzt auch der Rucksackspezialist Vaude die Trendsportart Trailrunning für sich entdeckt und den ersten Rucksack hierfür auf den Markt gebracht. Trailrucksäcke haben in der Regel ein Packvolumen von 5 bis 12 Litern, je nachdem welche Distanzen man zurücklegen und welches Equipment man mit sich führen will oder im Wettkampf auch muss. Der VAUDE Trail Spacer wird mit einem Volumen von 8 Litern angegeben und sollte also genug Platz für einen längeren Lauf geben.

Bis jetzt war ich bei meinen Läufen immer mit dem Salomon ADV SKIN 12 (für längere Touren) und seit einem halben Jahr auch mit dem schlankeren Modell, dem Salomon Sense Ultra 8 on Tour. Wie sich der VAUDE Trail Spacer, der in diesem Jahr ISPO Gold Award Gewinner geworden ist, im Vergleich dazu macht, lest ihr hier in meinem Testbericht.

Fakten

  • Hersteller: VAUDE
  • Modellname: Trail Spacer 8
  • Preis (UVP): 120,00 €
  • Gewicht (ohne Trinkblase): 385 gr
  • Volumen: 8 Liter - komprimierbar
  • Größe: Einheitsgröße
  • Außenmaterial: wasserabweisend

Erster Eindruck

Der Rucksack fühlt sich sehr hochwertig an und wirkt tadellos verarbeitet. Alles andere hätte mich bei VAUDE auch überrascht. Von der Optik her finde ich den Rucksack sehr ansprechend. Grautöne - kombiniert mit einem kräftigen Blau treffen zu 100 % meinen Geschmack.

VAUDE-Trail-Spacer-8-im-Praxistest_13-225x300[1]Wenn man den Rucksack anhebt, fällt jedoch sofort das etwas höhere Gewicht des Trail Spacers auf. Die Messwerte vom Outdoortrends Datencheck liefern einen Wert von 385 gr (der Hersteller hat sogar ein Gewicht von 475 angegeben). Aus Spaß habe ich meinen Salomon Sense Ultra auf die Waage gelegt und komme auf ein Gewicht von gerade mal 150 Gramm.

Wenn man den Rucksack nun näher untersucht, fällt die relativ gut gepolsterte und dicke Rückenpartie auf. Diese führt dazu, dass der Trail Spacer auch eher einem Rucksack, als einer “Laufweste (wie bei Salomon) gleicht. Hier kommt auch das neue, innovative Konzept des Vaude-Modells ins Spiel. Das Rückenteil wurde komplett gestrickt und verspricht laut Hersteller eine optimale Druckverteilung des Gewichts über den gesamten Rücken. Wenn man die Polsterung mit den Fingern zusammendrückt, federt diese beim Loslassen auch sofort wieder zurück. Das macht schon mal einen guten Eindruck. Dieser Vorteil wird sich wohl dann zeigen, wenn man mehr Gepäck als ein paar Gels und Jacke mit sich führt.

Raumaufteilung

Der Trail Spacer hat ein großes Hauptfach, welches über einen Reißverschluss zu erreichen ist. Das Hauptfach ist zweigeteilt und bietet Platz für eine 2 Liter Trinkblase (war nicht im Lieferumfang enthalten) und genügend Raum für all die Dinge, die man mit auf seine Tour nehmen möchte. Gut gefällt mir, dass es noch eine mit Reißverschluss ausgestattete Innentasche gibt, in der man Schlüssel, Geldbeutel etc aufbewahren kann. Sollte man etwas weniger Gepäck im Hauptfach mit sich führen, kann man den Rucksack über ein intelligentes “Seilzugsystem in Sekunden komprimieren.

VAUDE-Trail-Spacer-8-im-Praxistest_19-300x300[1]Im vorderen Bereich des Rucksacks gibt es noch verschiedene kleine Staufächer (teils mit und ohne Reißverschluss), welche Platz für Utensilien bieten, die man während des Laufs schnell erreichen möchte (z.B. Gels, Riegel, GoPro, Telefon…). Wer seinen Wasservorrat im Brustbereich mit sich führen will, muss sich mit einer 0,5 Liter Flasche/Softflask zufrieden geben, denn es besteht nur auf einer Seite die Möglichkeit, eine Flasche unterzubringen. Gerade für längere Läufe etwas ist ein halber Liter Flüssigkeit aber etwas wenig. Daher ist das Mitführen einer Trinkblase ein absolutes Muss. Gerade bei Wettkämpfen entpuppt sich das als Nachteil, wenn man schnell seinen Flüssigkeitsspeicher wieder auffüllen möchte. Das Mitführen einer Trinkblase wirkt sich auch negativ auf die Gewichtsverteilung aus. Der Schwerpunkt verlagert sich weiter nach hinten. Gerade beim Laufen ist es angenehm, wenn sich das Gewicht auf Brust und Rücken gleichmäßig verteilt.

Wer mit dem Rucksack an Wettkämpfen teilnehmen möchte, muss sich noch zusätzlich eine Pfeife (ist oft Pflichtausrüstung) zulegen, da diese nicht wie bei vielen anderen Herstellern am Rucksack (oder in einer der Schnallen) angebracht wurde.

VAUDE-Trail-Spacer-8-im-Praxistest_21-225x300[1]Praxistest

Um den Trail Spacer auf Herz und Nieren testen zu können, habe ich mir den 1.000 Höhenmeter-Rundwanderweg im fränkischen Pommelsbrunn ausgesucht. Auf meiner 35 km Teststrecke habe ich insgesamt 1.600 Höhenmeter zurückgelegt. Um auch wirklich seine Vor- und Nachteile herauszufinden, habe ich ordentlich Gepäck mitgenommen. Neben einer voll aufgefüllten 2-Liter-Trinkblase habe ich noch weitere Utensilien mitgenommen, die man bei einem Trailrun - oder auch Wettkampf in der Regel dabei hat. Also Regenjacke, Regenhose, Erste-Hilfe-Set, Handy, Stirnlampe, Laufstöcke, GoPro und natürlich noch reichlich Verpflegung. Somit bin ich auf ein Gesamtgewicht von insgesamt 3.2 kg gekommen.

Gepackt war der Rucksack relativ schnell. Da es nur ein Hauptfach gibt, war eigentlich klar, was wo hinkommt. Alles was man während des Laufs schnell erreichen muss wie Riegel, Telefon, GoPro, Stirnlampe habe ich in den kleinen Taschen vorne untergebracht. Der Rest hat problemlos ins Hauptfach gepasst. Meine Poles habe ich beim Lauf auch mitgenommen - hatte diese aber stets am Rucksack befestigt um so etwas extra Gewicht zu haben und die Stabilität der Stockfixierung testen zu können.

Vom Ausgangspunkt meiner Tour ging es zunächst nur bergauf. Der Rucksack fühlte sich auf meinem Rücken gut an. Das Gewicht des Rucksacks verteilte sich gut über Schulter und Rücken und es machte Spaß, den ersten Anstieg damit zu meistern. Im Aufstieg war soweit alles gut.

VAUDE-Trail-Spacer-8-im-Praxistest_26-225x300[1]Als ich den ersten Anstieg erklommen hatte, folgte auch gleich ein rasanter Downhill. Hier merkte man ganz klar den Unterschied zu den nicht gepolsterten Salomon Modellen, die ich sonst trug. Durch die gestrickte Schulter- und Rückenpartie schaukelte der Rucksack etwas hin und her. Speziell bei sehr steilen Downhill-Passagen wippte der Trail Spacer fleißig mit, was man als etwas störend empfinden kann. Bei meinen Laufrucksäcken von Salomon habe ich dagegen dieses Gefühl nicht.

Der Hersteller gibt an, dass man die Poles während des Laufs ab- und anbringen kann. Ich persönlich hatte damit meine Probleme, da ich beim Laufen gar nicht an die obige Schlaufe gekommen bin. Daher würde bei mir nur in Betracht kommen, den Rucksack beim Anbringen oder Abnehmen kurz abzusetzen. Ein mal befestigt, hielten die beiden Stöcke auch bombenfest am Rucksack.

Der Trail Spacer verfügt über zwei Brustgurte, die gut auf die Anatomie des Körpers einzustellen waren und bei meinem Lauf in keinster Form störten. Sehr gut hat mir die Möglichkeit gefallen, den Schlauch der Trinkblase fixieren zu können.

Fazit

VAUDE verspricht mit dem gestrickten Rücken- und Schulterbereich besten Tragekomfort den ich auch so bestätigen kann. Ob man bei einem 8 Liter Rucksack schon solch eine Dämpfung braucht, sei mal dahingestellt. Unbeantwortet bleibt für mich mir die Frage, ob der Rucksack auch bei kleineren/größeren Personen passt. Andere Hersteller bieten auf den Läufer zugeschnittene Größen von S - XL an.

Für Sportler, die den Rucksack nicht nur beim Laufen sondern auch bei anderen Sportarten wie Radfahren oder Wandern verwenden wollen, ist der Trail Spacer sicherlich ein guter Begleiter, der lange Zeit Freude bereiten wird. Für ambitionierte Trailrunner, die einen Rucksack für Training und Wettkampf suchen, werden wahrscheinlich eher mit einem Produkt der Konkurrenten glücklicher sein.

Anmerkung

Mir wurde der Rucksack Trail Spacer 8 für den Test kostenfrei von VAUDE über Outdoortrends zur Verfügung gestellt, was das Ergebnis meines Testberichts in keiner Weise beeinflusst hat.

Über unseren Produkt-Tester:

Stefan ist seit über 3 Jahren ambitionierter Trailrunner und startet für die exito Gipfelstürmer, das Trailrunning-Team der Online-Marketing-Agentur “exito" aus Nürnberg. In dieser Zeit hat er schon an zahlreichen Ultra-Trails erfolgreich teilgenommen, wie z.B. den Zugspitz Ultratrail über 101,6 km, den Transvulcania auf Las Palmas. Ein großes Highlight in 2017 war der Finish beim legendären UTMB (Ultra Trail du Mont Blanc), wo er als drittbester Deutscher das Ziel erreicht hat. Über seine Rennen berichtet er auf seinem Trailrunning-Blog trailaway.de.