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Bergsteigen in Peru - die Cordillera Blanca

IMG_1600-1-200x300[1]Geplant waren 3,5 Wochen Bergsteigen, "viele" Gipfel zu erklimmen und Land & Leute etwas kennen zu lernen. Es kam natürlich (etwas) anders.

Schon Wochen zuvor haben wir die Führer studiert, Berichte im Internet gesucht und uns ein Bild über die Berge dort gemacht. Keiner von uns war bisher über 4000 Meter und somit hatten wir keine Erfahrung mit dem Höhenbergsteigen und den Anforderungen an die Gipfel der Cordillera Blanca.

Am ersten Ferientag in der Früh um 5 nahm dann endlich der langersehnte "Traum" seinen Lauf. Wir flogen nach Peru! Die Anreise dauerte allerdings lange, in Housten sind wir zwischen gelandet mit stundenlangen Aufenthalt usw. In Lima angekommen, gilt es noch 8 Stunden Busfahrt hinter sich zu bringen, um in die hochgelegene Stadt Huaraz zu gelangen, von dort aus man in die jeweiligen Täler startet. Wir haben uns für die seriöse Busgesellschaft Cruz del Sur entschieden, wo man keine Angst um sich und sein Gepäck haben muss. Auch die Sitze waren äußerst bequem!

Die ersten Tage verbrachten wir mit Akklimatisieren, um uns "langsam" an die Höhe zu gewöhnen. Zuerst sind wir an den Laguna Churup gewandert, den man mit Collectivos sehr gut und schnell erreichen kann und nur die letzten 600 Höhenmeter laufen muss. Einen Tag später haben wir uns dann die Laguna Ahuac vorgenommen, die nicht so überlaufen sein sollte als die Laguna 69. So war es dann auch, menschenseelenallein waren wir an der Laguna. Liegt evlt. auch daran, dass man gute 1200 Meter bewältigen muss, um auf 4500 Meter anzukommen.

Geeignete Touren rund um Huaraz zum Akklimatisieren:

  • Laguna Churup - 4450m (mit Collectivo bis Pitec, von dort in ca. 2 Stunden zum See)
  • Laguna Ahuac - 4560m (mit Collectivo bis Wilkahuain, von dort in ca. 3-4 Stunden zur Lagune)
  • Laguna 69 - 4680m (am besten man organisiert sich in Huaraz für wenig Geld ein Bus, denn man fährt ca. 2 Stunden bis zum Ausgangspunkt. Von dort nochmal ca. 2 Stunden bis zum See)

DSC01829-e1506070096530-200x300[1]Ishinca Valley

Am dritten Tag sollte es in das Ishinca Valley gehen, um dort den ebenso benannten Berg zu besteigen und um uns weiter zu akklimatisieren. Ein weiteres Ziel war der Tocclaraju und bei guten Bedingungen noch der Ranrapalca. Mit dem Taxi ging es also in das kleine Bergdorf Pashpa, unser Taxifahrer organisierte uns zum Glück noch einen Esel + Treiber, wir gingen anfangs davon aus, dass man dort schon welche finden würde. Fehlanzeige. Nur der eine Esel, der nun für uns bestellt war, war vorzufinden. Sonst kein Esel und auch kein Eseltreiber. Gerade nochmal Glück gehabt. Alles aufgeladen spurteten wir in zwei Stunden bis zum Basislager auf 4200 Meter. Ganz schön flott die Esel..Im Camp angekommen, liesen wir uns Zeit, gingen nochmal etwas höher in Richtung Ishinca, um morgen im dunklen gleich den richtigen Weg zu finden und um uns nochmal an die Höhe zu gewöhnen.

DSC01980-300x200[1]Am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits um 3 Uhr, es war kalt und ich war etwas angeschlagen, hatte Halsweh und fühlte mich schlapp. Aber die Motivation war groß und die Vorfreude über meinen ersten 5000er noch größer. Also schnell raus aus den Federn, den schweren Rucksack schnappen und los gings. Die ersten paar hundert Höhenmeter gingen noch recht gut, wenn auch nicht im Speedtempo. Ab etwas 4900 Meter tat ich mir sehr schwer, ich wurde immer langsamer, mir war schlecht und schwindelig, mein Halsweh wurde auch nicht besser. Der Weg hat sich endlos in die Länge gezogen, der Gipfel mochte einfach nicht näher kommen. Wir überholten ein Bergführer mit einem ebenso erschöpftem Gast, der bereits immer wieder zu Boden fiel und den Rucksack hinter sich gelassen hat. Ich dachte mir zu diesem Zeitpunkt, wenn der da hoch kommt, schaff ich das jetzt auch noch. So war es zum Glück auch. Die letzten Meter waren nochmal steil, die großen Stufen der Vorgänger machten das aber sehr bequem. Am Gipfel angekommen, war ich überglücklich, wusste aber, dass wir jetzt zügig runter mussten, denn mit Schwindel und Übelkeit ist nicht zu Spaßen in der Höhe. Der Abstieg verlief problemlos, der Gletscher war noch bockehart und so konnten wir ohne Seil bis zur Moräne laufen. Nur mein Halsweh machte mir große Sorgen, auch im Basislager ging es mir eher schlechter, als besser. Ich ruhte mich aus, trank viel Tee und hoffte auf Besserung - vergeblich. Am Abend entschied ich mich dann Antibiotika einzunehmen, was mit Glück schnell helfen konnte.

IMG_2248-300x200[1]Am nächsten Tag jedoch wurde es noch schlimmer, ich konnte mich kaum rühren. Dann war klar, es bringt nichts, noch länger im Basislager auszuharren, so eine Grippe ist nicht in zwei Tagen vorbei. Wir waren traurig und enttäuscht, aber gegen Krankheiten kann man eben nichts machen und erzwingen kann man genauso wenig. So verging der Tag wieder mit schlafen, trinken und warten. Am nächsten Morgen packten wir unsere 7(0) Sachen und hofften auf einen Esel, der unsere Sachen nach Pashpa trug. Leider auch ohne Erfolg. Aber es half nichts, wir mussten jetzt ins Tal. Nachdem niemand kam, brachen wir mit schwerem Gepäck auf, Martin hatte glaub min. 35 Kg auf dem Buckel. Kaum waren wir 10 Minuten unterwegs, kam uns ein Eseltreiber mit zwei Eseln entgegen, der auf dem Weg ins Basislager war. Wir haben ihn gleich aufgehalten und gefragt, ob er heute noch nach Pashpa zurücklaufen würde. Er sagte ja und war glücklich über den doppelten Verdienst, den er mit uns machen konnte. Somit liefen wir mit leichtem Gepäck Richtung Tal und ich kämpfte mit der sehr trockenen Luft. Beim Rückweg liefs andersrum. Da organisierte uns der Eseltreiber ein Taxi - praktisch! Als wir am Taxi ankamen, wunderte ich mich etwas über den laufenden Motor, da das Auto schon einige Zeit da war. Also wir dann Richtung Huaraz fuhren, fiel mir auf, dass gar kein Schlüssel steckte und ich fragte Martin, wie denn das Auto ohne Schlüssel fahren kann - er lachte nur und machte ein Foto :-).

IMG_2756-300x200[1]Huaraz & Sportklettergebiet Los Olivos

Nachdem wir wieder in unserem Hostel Caroline (was übrigens sehr zu empfehlen ist) in Huaraz waren, verschlechterte sich mein Zustand weiter, Martin hat sich bereits ebenfalls angesteckt. Es vergingen einige Tage, zwischendurch waren wir noch in dem nahe gelegenen Klettergebiet Los Olivos. Wir versuchten die Genesung mit Medikamenten zu beschleunigen, was gefühlt nicht gelang. Mittlerweile sind Freunde von uns ebenfalls in Huaraz angekommen, die nun 8 Wochen Zeit haben, um die Cordillera Blanca zu erkunden. Wir beschlossen dann, gemeinsam in das hochgelegene Sportklettergebiet Hatun Machay zu fahren. Gesagt, getan. Am nächsten Tag ging es los, wir fuhren zuerst mit einem öffentlichen Bus Richtung Lima und der Busfahrer schmeißte uns gleich an der richtigen Stelle raus, wo wiederum ein Taxifahrer auf uns wartete. Den hat vermutlich der Busfahrer wieder organisiert. Man hilft sich hier, wo es nur geht und die Leute haben einen starken Zusammenhalt. Somit fuhren wir gleich weiter und schon bald waren wir wieder auf einer Schotterstraße, die von vielen Schlaglöchern und Unebenheiten geprägt war. So war auch diese Fahrt spannend und lustig, da wir deutsche Rockmusik hörten.

IMG_3096-300x200[1]Hatun Machay

Als wir in Hatun Machay ankamen, wunderten wir uns etwas über den "Campingplatz" und die Hütte, die es laut Führer gar nicht mehr geben sollte. Bei genauerem Hinsehen war aber klar: sie steht zwar noch, ist aber kurz vor dem Zusammenbruch. Schon nach wenigen Minuten kam ein Einheimischer, der abkassierte. Das Klettern und Übernachten kostet. Na gut, kann man verstehen. Sonst wär das ja die reinste Müllhalde da oben. So hat man sogar Wasser zum Kochen und Abspülen. Auch "Toiletten" sind vorhanden, obwohl man die nicht benutzen möchte..! Zum Klettern gibts jede Menge Touren, alle recht gut eingebohrt und man kann von früh bis spät klettern. Viel los war nicht, auch wenn wir nicht alleine waren. Am nächsten Tag sind wir noch auf einen der umliegenden Hügel gelaufen, um uns nochmals zu akklimatisieren. Endlich fühlten wir uns etwas besser.

DSC02690-300x200[1]Santa Cruz Tal & Alpamayo

Der Taxifahrer holte uns wie ausgemacht wieder ab und fuhr uns bis in das Dorf, von dem wir wieder mit einem Colletivo bis Huaraz fuhren. Nachdem es uns mittlerweile besser ging und die Zeit davon rannte, entschieden wir uns gemeinsam mit Michi und Lukas (von Felsundeis.info) in das bekannte Santa Cruz Tal zu gehen und u.a. den Alpamayo zu versuchen. Diesmal organisierten wir die Esel von Huaraz aus, da wir Angst hatten, es könnte diesmal schief gehen mit dem "wird schon klappen". Wir ließen uns mit einem Taxi von Caraz nach Cashapampa fahren und der Taxifahrer konnte es kaum glauben, dass er mit uns seinen Monatslohn verdiente. Wir waren hingegen einfach froh, schnell von A nach B zu gelangen. Nachdem alle Esel beladen waren, liefen wir in das langgezogenen Santa Cruz Tal, wo mehr Betrieb war, als im Ishinca Tal. Der Santa Cruz Trek ist wohl Schuld daran, er ist von großer Beliebtheit. Nach ungefähr 6 Stunden kamen wir im ersten Lager an, wo wir unsere Zelte aufschlugen, kochten und aufgrund der Kälte schon bald die Schlafsäcke aufsuchten. Am nächsten Tag gings weiter und es zog sich wieder in die Länge, wenn auch nicht so schlimm wie am Vortag. Einige Stunden später erreichten wir das Basislager vom Alpamayo. Wir entschieden uns noch am selben Tag ins Moränenlager aufzusteigen, da sonst der Tag vom Basislager ins Hochlager sehr lang werden würde. Wir brauchten eine Weile, bis wir die ganze Ausrüstung in unsere Deuter Rucksäcke verstaut hatten. Dann brachen wir auf und hofften, dass es nicht allzu weit werden würde, da die Rucksäcke sehr schwer waren (die Michi trug 29 Kg..!). Einige Stunden vergingen, ehe wir einen geeigneten Platz aufsuchten und dort auch gleich das Zelt aufschlugen (4900m). Zu erschöpft waren wir, um noch weiter zu gehen. Die Nacht verlief recht gut, wir konnten einigermaßen ruhig schlafen. Wir haben schon anfangs beschlossen, einen Materialtransport einzulegen. Sprich am nächsten Tag sind wir mit den Sachen, die wir am Moränenlager nicht mehr brauchten Richtung Col auf 5500 Meter aufgestiegen. Das klappte gut, wir versteckten unsere Sachen und stiegen wieder zum Moränenlager ab.

IMG_3635-300x200[1]Der nächste Tag startete sehr windig mit einigen Regenschauern und das Wetter war nicht mehr so stabil. Trotzdem brachen wir mit unsern restlichen Sachen auf und erreichten mittags das Col, wo wir erstaunt waren, das keine Menschenseele auf dem sonst so überfüllten Hochlager war. Lediglich am Col befanden sich ein paar einzelne Zelte. Wir entschieden uns aber für das untere Lager, da es dort windstiller war und es zudem für den Quitaraju der bessere Ausgangspunkt war. Also stiegen wir die 100 Höhenmeter ab und gruben dann einen schönen Zeltplatz - immer mit dem beeindruckenden Alpamayo im Blick. Wir genossen die Sonne, tranken Tee & Kaffee und kochten bald das Abendessen, da es in Peru immer gegen 6 dunkel wird und ab diesem Zeitpunkt auch sehr kalt. Also geht man immer spätestens um 6 schlafen :-). Was aber in dem Fall gut so war, denn der Wecker klingelte bereits um 11 Uhr. Aber wir wurden vorher nochmal gestört und zwar von einer Gruppe Spaniern, die erst bei Sonnenuntergang im Lager ankamen und bei dem Schritt bis zur Hüfte im Schnee einbrachen. Wohlgemerkt auf einem Gletscher mit Spalten. Die Träger kamen sogar allein daher, ohne Seil. Da frägt man sich schon, was in die gefahren ist..die machten dann noch gut Lärm, platzierten ihr Zelt fast auf unserem und nahmen keinerlei Rücksicht. Zu früh gefreut über die schöne Einsamkeit am Berg..

DSC02836-300x200[1]Gipfeltag Alpamayo

Nun gut, wie gesagt um 11 Uhr klingelte der Wecker meiner Suunto Uhr. Irgendwie war diese aber zu leise, denn wir wachten "erst" um 11:45 Uhr auf. Macht aber nichts, immer noch früh genug. Ich sah aber bereits Stirnlampen in der Ferrari Route, was mich etwas ärgerte, weil wir die erste sein wollten. So auf Eisschlag hatten wir wenig Lust. Wir gingen trotzdem los, schließlich wussten wir, dass die Spanier am nächsten Tag anrücken würden und mit denen in der Wand - nein danke! Da bräuchte man den ganzen Tag Ohrenstöpsel..das Gequassel hält ja keiner aus auf Dauer. Schon bald waren wir am Anstieg, es war bitterkalt und auch durch die Bewegung wurde uns nicht warm. Die Randkluft stellte zum Glück kein großes Problem dar und auch sonst waren so große Stufen vorhanden, dass man das Eisgerät und die Steigeisen einfach blind setzen konnte. Die Schwierigkeit lag eher am Atmen und Frieren. Martin rannte in gefühlt 2 Minuten die 70 Meter hoch, bis das Seil aus war. Ich dann in vll. 20 Minuten hinterher. Wie der frieren musste, der arme. Schneller konnte ich aber nicht, das lies mein Körper nicht zu. Lag vielleicht auch noch an der Grippe, die mich seit Tagen begleitet hat. Trotzdem überholten wir bald die Seilschaft vor uns, die sich entschieden hat, wieder abzuseilen. Jetzt war niemand mehr über uns, Erleichterung kam auf! Die "Kletterei" war schön, Material war viel vorhanden und man konnte immer wieder mal ein Schräubchen drehen. Am Stand der letzten Seillänge war ich überglücklich, es doch geschafft zu haben, wenn auch sehr langsam und mit Dauerfrieren. Bis auf den Gipfel ging es nicht, viel lockerer Schnee machte das Weiterkommen schwierig bzw. das Herunterkommen wäre unmöglich gewesen. Aber das war halb so schlimm, man ist schließlich erst oben, wenn man wieder unten ist. So seilten wir mit Konzentration ab, hintersicherten die teilweise fragwürdigen Stände oder bauten gleich neue. In der Mitte der Tour überholten wir eine Dreierseilschaft, die kurz nach uns eingestiegen war. Ein mexikanischer Bergführer mit zwei älteren Herren, die gefühlt noch nie auf Steigeisen standen und viel Eis runter geschmissen haben. Also ganz schnell runter!! Nach weiteren drei Seillängen erreichten wir die Randkluft und somit den Einstieg der Tour. Jetzt waren wir happy und konnten es noch nicht richtig fassen, diesen schönen Berg erklommen zu haben. Kurz drauf kam uns eine Seilschaft entgegen, die jetzt (es war halb 10) in die Tour einstiegen. Es scheint ab ca. 11 Uhr die Sonne in die Wand..da fällt einem nichts mehr ein...!

IMG_4158-300x200[1]Im Lager angekommen aßen und tranken wir erst einmal ausgiebig und beobachteten die anderen Seilschaften. Mittags kamen dann unsere Freunde, die sich noch einen Tag länger für die Akklimatisation Zeit ließen (macht definitiv Sinn, wenn man 8 Wochen Zeit hat). Wir ratschten, machten Bilder, und planten den nächsten Tag - den Quitaraju. Zu viert wollten wir über den Normalweg, sprich dem langen Westgrat auf den Gipfel. Wir schauten uns den Berg an und wunderten uns etwas, dass wir mit dem Fernglas keinerlei Spuren entdecken konnten. Auch die Nordwand sah sehr felsig aus. Es ging wieder sehr früh aus den Federn und wir liefen über den flachen Gletscher Richtung Quitaraju. Irgendwann wurde es steiler, man sah nur, dass wir jetzt in mitten des großen Bruchs waren und wir dort irgendwo durchkommen mussten. Es war noch kälter, als einen Tag zuvor, ich bekam meine Füße nicht mehr warm. Das war jetzt meine größte Sorge - mit erfrorenen Füßen heimzufahren. Auch Lukas von felsundeis.info ging es nicht gut, er hatte Kopfweh und ihm war schwindlig. Nachdem wir den Weiterweg nur erahnen konnten und wir alle nicht 100% fit waren, entschieden wir uns umzudrehen. Zudem drohten einige Seracs über uns, auch der Abstieg wäre der gleiche gewesen. Wieder am Zelt angekommen ging es Martin auch richtig schlecht..war also definitiv die richtige Entscheidung. Wir entschlossen uns dann noch am gleichen Tag abzusteigen, um evtl. noch den Artensonraju zu versuchen. Michi und Lukas blieben noch im Hochlager, sie wollten am nächsten Tag zum Alpamayo.

IMG_4052-300x200[1]Der Abstieg gestalte sich als sehr mühsam, das schwere Gepäck machte uns auch im Abstieg zu schaffen. So kamen wir erschöpft im Basislager an und ich merkte, wie mein Husten stärker wurde. Die Nacht war nicht erholsam, immer wieder wachte ich auf, musste Husten und fühlte mich schlecht. So war klar, auch der Weiterweg zum Artensonraju macht nur Sinn, wenn wir beide zu 100% fit sind. Wieder waren wir enttäuscht, aber es lies sich nun mal nicht ändern. So liefen wir das Santa Cruz Tal bis nach Cashapampa in ca. 6 Stunden raus, die Esel und ihre Treiber schafften das in der Hälfte der Zeit. Dann bekamen wir mit etwas Glück ein günstiges Taxi gleich bis Huaraz. Dort angekommen, hoffe ich auf schnelle Besserung, ein paar Tage hatten wir noch Zeit. Allerdings wurde es nicht recht besser, so haben wir die letzten Tage in Huaraz verbracht, lediglich am letzten Tag (dem einzigen Regentag in der Zeit), sind wir doch noch an die Laguna 69 gefahren. Was sich bei null Sicht, Wind, Regen und ganz vielen Touris nicht wirklich gelohnt hat.

Alles in allem war es trotz Krankheit eine schöne Erfahrung, vor allem das Land, die Kultur und die Menschen kennen zu lernen. So große Gegensätze, so viel Armut und dennoch Zufriedenheit. Eben ganz anders wie bei uns.

Am Ende ist es doch am wichtigsten wieder gesund heimzufliegen...!

Johanna von outdoortrends