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Hallo Taxi – bitte nach Shanghai...

VON REINHOLD LÖCHLE (mit freundlicher Genehmigung von ihm und Peter)

marktoberdorf_2012-07-21_tageszeitung-4-200x200[1]Marktoberdorf/Shanghai Rock-Ikone Udo Lindenberg sang einst über den „Sonderzug nach Pankow“. Thorsten Lipp und Peter Schröder können bald ein Lied über eine Taxifahrt nach China singen. Am 19. August geht’s für die Marktoberdorfer los: Dann startet ihr Abenteuer „Rallye Hamburg-Shanghai“. 56 Tage lang, über 15 000 Kilometer weit. In einem Mercedes, der 200 000 Kilometer auf dem Tacho hat – und in Erinnerung an ein früheres Auto-Abenteuer von Thorsten Lipp mit einem Taxischild auf dem Dach ausgestattet ist.

Eigentlich ist Peter Schröder (58) der „Läufer“, Thorsten Lipp (38) der „Fahrer“: Der frühere Versicherungskaufmann Schröder wanderte schon mehrfach und weit auf dem Jakobsweg, wogegen Lipp, Handwerksmeister und Mitinhaber von „Raumdesign Lipp“, schier unendlich lange Autofahrten hinter sich hat. Zuletzt 2011 bei der „Allgäu-Orient-Rallye“, die aber aufgrund der Unruhen in Nah-Ost in Georgien abgebrochen werden musste. Damals startete er mit einem alten Taxi. Dessen Taxi-Schild hat er sich aufgehoben und kommt nun wieder zum Einsatz.

Die beiden haben sich vor einem Jahr kennengelernt. Man fand sich bald auf der gleichen Wellenlinie und irgendwann kam, so Lipp, die „Schnapsidee“ mit der Rallye auf. „Das wird keine Spazierfahrt“, ahnt Schröder und Lipp weiß aus Reiseführern: „Ab der Ost-Ukraine wird’s mau...“ Denn dort ist’s mit der heilen Straßenwelt zu Ende. Anfänglich dürften es noch Tagesetappen von 400 bis 500 Kilometern sein, ab Kasachstan planen sie nur noch mit 150 bis 200 Kilometer. Schotterpisten, Wüstendurchquerungen, scheinbar endlose Steppen, über 3000 Meter hohe Pässe: Das nötigt den Fahrern höchste Konzentration und Kondition ab. Gewissermaßen als Ausgleich dafür führt die Fahrt mit der Bezeichnung „New Silk Road 2012“ teils über die legendäre Seidenstraße, durch grandiose Landschaften und fremde Länder und bietet alte Hochkultur in Fülle.

Wüste, Steppe, „Dach der Welt“

Eben das ist es, was sie – neben dem Abenteuer – an dem Unternehmen reizt: Kulturen, Länder, Menschen. Und vielleicht die Erkenntnis, „dass man auch mit weniger auskommen kann“. „Wir hecheln da nicht durch“, zeigt Lipp auf, dass es nicht ums Tempo, sondern um ein wohl einmaliges Erlebnis geht. „...für das man auch die nötige Gesundheit haben muss“, ergänzt Schröder. Trotz aller Abenteuerlust nächtigen die Ostallgäuer nun aber nicht spartanisch im Auto, sondern in Hotels oder Jurten, so in der Wüste Taklamahan oder im Pamir-Gebirge, das zum „Dach der Welt“ zählt. „Wenn du da abends nicht noch erst eine Unterkunft suchen musst, dann bist du nur froh“, weiß Lipp. Zumal sich die zehn teilnehmenden Teams abends immer an festgelegten Orten treffen. Ein ganz gemischter Trupp sei dies, „vom Juristen bis zum Monteur, meist schon älter...“.

Veranstaltet wird die Fahrt, natürlich gegen Bezahlung, von China Tours, einem Spezialisten für China- Reisen in Hamburg. Anlass ist die 25-jährige Städtepartnerschaft Hamburg-Shanghai. China Tours organisiert zudem das Ganze drum herum, samt dem Begleittross mit Mechanikern und einem Arzt.

Eigentlich ist es eine Tour für Young- und Oldtimerfahrzeuge. Schröder/Lipp wollten sie mit einem alten Mercedes-Taxi mit 600000 Kilometern auf dem Blech unternehmen. Ein Achsproblem ließ sie aber davon abkommen. Nun starten sie mit einem „jüngeren“ Daimler, Baujahr 1998. Er erhält noch spezielle Filter, grobstollige Reifen und einen Ölwannenschutz, bevor es am 18. August gewissermaßen zum Aufwärmen mal 789 Kilometer in Richtung Hamburg geht. Lipp wie Schröder hoffen, dass keine Unruhen das Abenteuer vorschnell platzen lassen. Das Gebiet um die westchinesische Stadt Kashgar an der Grenze zu Kirgistan ist eine Problemzone. Im August 2011 gab es dort zahlreiche Tote bei Unruhen. Derzeit sei es dort ruhig und die Grenze offen, sagt Lipp.

Spätestens am 13. Oktober will das Duo in Shanghai eintreffen. Zum einen, weil sie und die anderen Rallyefahrer dort groß empfangen werden. Zum anderen haben sie dort Verabredungen. Mit dem Marktoberdorfer Schlagzeuger- Profi Max Kinker, der in dieser Zeit mal wieder ein Engagement in Shanghai hat, und einem Studenten aus Marktoberdorf, der dort derzeit lebt. Schröder: „Da sieht man, wie klein die Welt ist.“ Zurück nach Hause geht’s mit dem Flugzeug. Auch das Auto kehrt ins Ostallgäu zurück, allerdings per Schiff.

Die Rallye kann im Internet unter www.newsilkroad.de verfolgt werden.

Quelle: Allgäuer Zeitung / SAMSTAG, 21. JULI 2012 NR. 167 Seite 35 / Foto: Reinhold Löchle

Auf Ihrer Reise werden Peter und Thorsten auch einige Produkte aus unserem Outdoor Sortiment testen und wir sind gespannt auf die Resultate.