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Till Ann - Zwerchwand

P1080027-200x200[1]Es war mal wieder so weit. Freitagabend kam der Anruf – Samstag früh ging’s los. Da wir dieses Mal einen blutigen Anfänger im Alpinklettern dabei hatten, peilten wir die Zwerchwand im Tannheimer Tal, gleich oberhalb vom schön gelegenen Gimpelhaus und der urigen Tannheimer Hütte, an. Till Ann sollte die Tour heißen und so kam es dann auch. Sechs Uhr in der Früh brachen wir auf in Richtung Parkplatz Gimpelhaus und dieses Mal waren noch mehr Autos da. Die Freude wurde etwas getrübt, doch als wir den Parkschein lösten und diesmal sichtbar im Auto deponierten, wurde schon wieder gelacht und an die letzte Tour gedacht. Der Aufstieg verlief problemlos und wurde auch ohne weiteren „Feindkontakt“ abgehandelt.

P1080028-e1340364677580-200x200[1]Am Gimpelhaus angekommen war es Zeit für die erste Trinkpause und ein kleines Pläuschchen mit den Übernachtungsgästen die frisch gestärkt aus der Hütte traten und die saubere Berg-Luft mit ihren Glimmstängeln verdrängten. Knapp 30 min später standen wir dann auch schon am Wandfuß des Felsriegels neben dem Einstieg zu unserer geplanten Route. Leider waren wieder einige Seilschaften schneller als wir und versuchten schon ihr Glück in den ersten 2 Seillängen. Wir nutzten die Zeit und machten eine kleine Einweisung für unseren Neuling. Einbinden – Standplatzbau – Nachsichern mit Doppelseil – Seilkommandos – Verständigung in der Wand ohne Worte. Nachdem dies alles ausführlich durchgesprochen wurde, hatten die anderen auch schon 2 Seillängen Vorsprung, und das sollte doch eigentlich reichen – dachten wir. Die erste Seillänge mit einer plattigen 6- gleich am Einstieg war sehr kurz und es konnte nochmal alles geübt und kontrolliert werden. Der Neuling entpuppte sich als Naturtalent und wir konnten gleich im Überschlag zur nächsten Seillänge übergehen. Am Stand angekommen sind wir leider schon den vorigen Klettergruppen auf die Pelle gerückt und durften ab jetzt im Schneckentempo die Wand empor kriechen (der Traum von der 2ten Route platzte in diesem Moment).

P1080030-200x200[1]Die nächsten Seillängen waren immer sehr unterschiedlich, teils schrofiges Gelände im 3er Schwierigkeitsgrad, teils auch gute Felskletterei. Im Schnitt kann man aber sagen, spielt sich das meiste im 4ten Grad ab. Im oberen Bereich kommt noch eine ausgeprägte Rinne, man könnte schon fast Kamin sagen, die aber mit großen Griffen und unzähligen Bohrhaken leicht zu meistern ist. Nach 8 Seillängen und gefühlten 5 Std. am Standplatz stehen, waren wir endlich oben angekommen und konnten die Aussicht in alle 4 Himmelsrichtungen genießen. Leicht erschöpft von der vielen Sonne lagen wir oben im Gras und streckten alle viere von uns. Nach der kurzen Pause besuchten wir die Abseilpisten der Zwerchwand. Es waren gleich 2 fast nebeneinander, so konnten die wartenden Seilschaften sich gut verteilen und mussten nicht ewig warten.

P1080039-200x200[1]Die Abseilpisten sind gut eingerichtet und ohne großes Suchen war man nach 4-5 mal Abseilen wieder unten angekommen. Das einzige Manko dieser Abseilpisten waren die vielen lockeren Steine die im Weg lagen. Uns kams so vor, dass diese losen Steine den einen oder anderen störten und der hat sie dann gleich ins Tal gestoßen. Klingt ja super, aber nicht wenn man unter diesen Leuten gerad im Seil hängt. Also bitte hier sehr vorsichtig sein und auf die anderen Seilschaften achten. Der Abstieg war gekonnt und da auf der Tannheimer Hütte Livemusik spielte, entschieden wir uns dieses Mal für das Gimpelhaus und machten dort für ein isotonisches Hefegetränk Rast.