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Venter Runde mal etwas anders

Otztal-010-300x225[1]Das Wetter wird gut, die Schneeverhältnisse sind top und die Motivation ist hoch. Noch kurz in die Runde gefragt, Hütten reserviert und schon kann es losgehen. 3 Tage Ötztal war der Plan.

Der Wecker wollte um 3.20 Uhr klingeln, wurde von mir aber eine Minute davor abgestellt, denn wie jedes Mal vor so einer Tour lag ich schon wach im Bett und wartete nur noch die Zeit ab. Leise schlich ich mich aus dem Schlafzimmer, schaltete den Wasserkocher ein und torkelte noch recht übermüdet ins Badezimmer um mich zu waschen. 10 Minuten später gab ich meiner schlafenden Freundin einen Abschiedskuss auf die Wange, packte die Brotzeit in den schon am Vortag gepackten ABS Rucksack und verfrachtet alles ins Auto. Noch schnell die Kameraden abgeholt und schon ging es auf den leeren Straßen durch Österreich. Ziel für das Auto war der kleine Ort Vent am Ende des Ötztals. Knapp 2.5 Std später standen wir auf dem Parkplatz, fellten unsere Skier auf und gingen durchs Rofental.

Otztal-0521-200x200[1]Die Sonne kam schnell hinter dem Berg hervor und begleitete uns den ganzen Tag. Auf dem Weg zur Vernagthütte durften wir das Aus- und Einsteigen in unsere Tourenbindung bis zur Perfektion üben. Südseitig hat die Sonne nämlich schon ganze Arbeit geleistet und die Berghänge in Schneeleoparden-Muster gefärbt. Wir ließen uns davon aber nicht abbringen und stürmten die Hütte in kürzester Zeit damit wir nach kurzem Check-In gleich weiter auf die Hochvernagtspitze konnten. Der Aufstieg war lang und mühsam, hat sich aber gelohnt denn wir wurden mit einem einsamen Gipfel und einem wolkenlosen Rund-um-Blick belohnt. Nach einer gesunden Brotzeit ging es auch schon wieder durch den teils knietiefen Pulver bis zu leichtem Bruchharsch in Richtung Hütte wo wir uns mit einem elektrolytischen Hefeweizen die Speicher wieder auffüllten.

Die Bewirtung auf der Vernagthütte ist tadellos, genauso wie die Lager und Sanitären Anlagen. Die Nacht auf ner Hütte ist immer hart und kurz und nichts für schwache Gemüter. Nach einem ausgiebigen Frühstück packten wir auch schon unser Zeug und machten uns auf den Weg zur Guslarspitzen-Überschreitung. Trotz der kurzen Nacht gaben die Jungs ein stattliches Tempo an und schon nach ner knappen Stunde saßen wir auf der Guslarspitze mit Blick auf unser nächstes Ziel – die Finailspitze. Die Abfahrt zum Hochjochhospitz war erstaunlich gut denn die Sonne hat auf den Hang schon einen Firn gezaubert der uns dann wie auf einem fliegenden Teppich ins Tal schweben ließ. Beim erneuten Auffellen konnte man noch in allen Gesichtern das Grinsen, das der vorherige Hang mit 700hm in unsere Gesichter gezaubert hat, genau erkennen. Ab jetzt ging es die nächsten 2 Std. mit Fellen unter den Skiern durchs Tal und auf den Hochjochferner.

Otztal-055-200x200[1]Bei 3000m machten wir eine kleine Pause die sich dann aber zum Abbruch der Tour entpuppte. Eins unsererGruppenmitglieder konnte nur noch unter Schmerzen tiefer ein- und ausatmen und auch nach längerem Warten tritt keine Besserung auf. Nach mehrmaligem hin und her musste dann doch ein Hubschrauber her damit wir unseren Kameraden heil ins Tal bringen konnten. Handy raus und Notruf abgesendet. 40min später landete ein Rettungshubschrauber neben uns und brachte den Bergkameraden sicher nach Vent runter. Nach einem letzten „Gruppenfoto“ mit der Finailspitze im Hintergrund und einem Versprechen, dass wir nächstes Jahr wieder kommen, traten wir die Heimreise durchs Rofental an. Auch wenn wir dieses Mal nur 2 Tage im schönen Ötztal verbringen durften, muss ich sagen, es hat sich gelohnt und freu mich schon auf die nächste Tour in diesem schönen Gebiet.