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Pilling bei Wolle

woolpower_204_85Als Pilling (Fussel) ist im Folgenden eine Knötchenbildung auf der Oberfläche von Textilien zu verstehen, die durch die Herauslösung einzelner Fasern aus dem Gewebe entsteht. Diese gelösten Fasern bilden durch scheuern und reiben kleine Knäuel, die an der Oberfläche haften bleiben.

Allgemein wird Pilling als eine natürliche Eigenschaft von Wolle bezeichnet, die weder eine Qualitätsminderung noch einen Mangel darstellt. Vielmehr ist Pilling eine Folgeerscheinung starker Reibung und ein Indiz für die Naturbelassenheit der Wolle.

Grundsätzlich sind zwei Arten von Pilling zu unterscheiden: Beim sogenannten All-Over-Pilling ist die gesamte Oberfläche des Kleidungsstückes mit Knötchen bedeckt. Beim sogenannten partiellen Pilling dagegen bilden sich die Knötchen nur an bestimmten Stellen des Kleidungsstückes. Die partielle Knötchenbildung wird häufig durch Reibungskontakt wie etwa Rucksäcken oder Autogurten ausgelöst. Darüber hinaus können auch technische Ausstattungen von Jacken, zum Beispiel Netzfutter, Klett- bzw. Reißverschlüsse oder raue Nahtverarbeitungen, einen Grund für partielles Pilling darstellen.

All-Over-Pilling kann auf eine Reihe verschiedener Ursachen zurückgeführt werden. Generell ist dabei zwischen äußeren Einflüssen auf die Wollqualität (z. B. Nahrung der Schafe, klimatische Veränderungen oder Umweltverschmutzung) zum Einen und der Materialzusammensetzung der Kleidung zum Anderen zu unterscheiden.

Nachstehend soll nun auf Ursachen für die Knötchenbildung eingegangen werden, die auf die Materialzusammensetzung zurückzuführen sind.

Die Tendenz zur Knötchenbildung ist abhängig von der Faserlänge. Die Faserlänge ist ausschlaggebend dafür, wie fest das Garn verzwirnt werden kann. Je fester das Garn verzwirnt werden kann, desto geringer ist die Gefahr des späteren Pillings. Merinowolle gehört zu den Stapelgarnen, die (im Gegensatz zu Filament) von Natur aus nur über eine bestimmte Länge verfügen. Aufgrund dieser begrenzten Länge neigen Stapelgarne eher dazu, sich aus dem Gewebe herauszulösen und in der Folge Knötchen zu bilden. Bei Woolpower-Produkten tragen die Eigenschaften der Merinowolle (Isolationsfähigkeit, Feuchtigkeitstransport, Pflegeleichtigkeit) entscheidend zur Funktionsweise der Wäsche bei. Daher kann nicht auf die Verwendung von Stapelgarnen zu Gunsten von Filament verzichtet werden. Eine alternative Verwendung längerer Merinowollfasern würde die Materialkosten und dementsprechend auch die Preise der fertigen Produkte deutlich erhöhen, ohne dabei eine Funktionsverbesserung der Kleidung zu gewährleisten.

Merinowolle ist mit einer Faserdicke von 22 µm (22 Mikrometer) besonders fein und weich und neigt deswegen leichter dazu zu reißen als dickere Fasern. Eine Maßnahme, dies zu vermeiden wäre, die Fasern härter zu spinnen (durch mehr Umdrehungen pro Meter). Mit der Maßnahme, die Fasern härter zu spinnen, wären diese Risse zwar zu vermeiden, die Kleidung würde dadurch aber insgesamt steifer und dichter ausfallen - kein Kompromiss, der im Sinne einer luftigen und komfortablen Funktionskleidung sein würde.

Die Verwendung synthetischer Fasern macht die Kleidung robuster und elastischer, führt aber auch dazu, dass loses Material in Form abgelöster Wollfasern stärker an der Oberfläche der Kleidung gebunden wird, und nicht so leicht von der Oberfläche entfernt wird, wie dies bei reiner Wollkleidung der Fall ist. Reine Wollkleidung ist aber nicht in der Lage die spezifischen Anforderungen von Funktionskleidung im Hinblick auf Feuchtigkeitstransport, Atmungsaktivität und Robustheit zu erfüllen.

In Bezug auf die Pflege der Funktionsunterwäsche ist anzumerken, dass die Knötchenbildung durch Waschen im Allgemeinen nicht verstärkt wird, sie kann aber durch die Wäsche mit anderen Stoffarten und -farben sichtbarer werden. Diesem kann aber durch ein vorheriges auf links drehen der Wäsche entgegengewirkt werden. Entstandene Knötchen können am besten mit einem handelsüblichen Wollrasierer (alternativ mit einer Schere) entfernt werden. Sie sollten hingegen niemals abgerissen werden, da dies sonst eine Beschädigung des Garnes bzw. des Maschenbildes zur Folge haben könnte.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass der Hersteller von Kleidung (insbesondere bei der Verwendung von Wolle zur Herstellung von Funktionsunterwäsche) die Eigenschaften des fertigen Produktes bewusst wählen muss. Bei Woolpower-Kleidung haben die Eigenschaften Isolationsfähigkeit, Feuchtigkeitstransport, Tragekomfort und Pflegeleichtigkeit aufgrund der Verwendung als Funktionsunterwäsche Priorität vor äußeren Unzulänglichkeiten wie (beispielsweise) dem Pilling.

Zur Verfügung gestellt von Woolpower