Glossar: O
ORTLIEB TIDURA®
TIDURA® ist ein von ORTLIEB entwickeltes Materialsystem für wasserdichte Taschen, Rucksäcke und Reisegepäck. Dabei sind Gewebe, Beschichtung und Verarbeitung aufeinander abgestimmt. Die beiden Varianten unterscheiden sich vor allem in ihrer Auslegung: TIDURA® Strong ist für stärkere Beanspruchung vorgesehen, TIDURA® Core verbindet Alltagstauglichkeit mit geringerem Materialgewicht.
Die folgende Zusammenfassung beruht auf öffentlich zugänglichen Herstellerinformationen und technischen Erläuterungen. Die konkreten Leistungswerte sind Herstellerangaben, keine unabhängig überprüften Laborergebnisse. Stand: 14. Oktober 2026.
Der Materialaufbau besteht bei beiden Varianten grundsätzlich aus einem Polyestergewebe in Leinwandbindung, das außen und innen mit Ether-TPU beschichtet ist. Die Oberfläche ist dabei nicht ganz glatt, sie weist eine leichte Struktur auf.
TPU bedeutet thermoplastisches Polyurethan. Es gehört zur Kunststoffgruppe der Polyurethane und wird unter anderem für flexible Beschichtungen eingesetzt. „Ether-TPU“ bezeichnet eine bestimmte chemische Ausführung dieses Kunststoffs. Die Begriffe Polyester und TPU beziehen sich hier also auf unterschiedliche Bestandteile: Polyester bildet das textile Gewebe, TPU dessen Beschichtung. ORTLIEB TIDURA® ist also ein mit thermoplastischem Polyurethan beschichtetes Polyester-Gewebe.
Die Herstellung erfolgt in mehreren aufeinander abgestimmten Schritten. Nach Angaben von ORTLIEB wird das Trägergewebe in den Benelux-Staaten gewebt. Die Beschichtung übernimmt die Gesellschaft für dichtende Systeme, kurz GDS, in Heilsbronn. GDS ist eine Schwesterfirma von ORTLIEB; die beiden Produktionsstätten liegen unmittelbar nebeneinander. Anschließend wird das Material zu den Taschen verarbeitet und hochfrequenzverschweißt. ORTLIEB begründet diese Organisation mit der Kontrolle der Materialeigenschaften und der Rückverfolgbarkeit der Fertigungsschritte.
Die Wasserdichtigkeit entsteht durch Beschichtung, Verbindungen und Verschluss gemeinsam. Für das beschichtete Gewebe einschließlich der Schweißnähte nennt ORTLIEB eine Wassersäule von bis zu 100.000 mm. Beim Hochfrequenzschweißen wird das Material durch ein elektromagnetisches Verfahren unmittelbar erwärmt, erweicht und unter Druck verbunden. Dadurch entstehen dichte Verbindungsstellen. Die Wassersäule beschreibt, welchem Wasserdruck eine Materialprobe widersteht, bevor Wasser hindurchtritt. ORTLIEB erläutert dieses Prüfprinzip unter Bezug auf ISO 811. Aus einer hohen Wassersäule lässt sich jedoch keine entsprechende zulässige Tauchtiefe für die fertige Tasche ableiten. Dafür müssen auch Öffnungen und Verschlüsse berücksichtigt werden. Als Beispiel einige ORTLIEB TIDURA®-Produkte und der entsprechende Schutz:
Die Zugfestigkeitswerte ordnet ORTLIEB der Prüfung nach DIN EN ISO 1421:2017 zu. Zur Einordnung der Zahlen: In einigen Texten nennt ORTLIEB auch 2.400 N für Strong und 1.500 N für Core sowie 100.000 Scheuerzyklen. Da das Material 2026 neu eingeführt wurde und zur Kollektion 2027 großflächig im Sortiment zum Einsatz kommt kann es noch zu ungenauigkeiten bei der Darstellung geben oider auch im Nachgang geändert werden. Die Daten hier sind mit Stand 14.10.2026.
Die Kennwerte haben unterschiedliche Bedeutungen:
Die folgende Zusammenfassung beruht auf öffentlich zugänglichen Herstellerinformationen und technischen Erläuterungen. Die konkreten Leistungswerte sind Herstellerangaben, keine unabhängig überprüften Laborergebnisse. Stand: 14. Oktober 2026.
Der Materialaufbau besteht bei beiden Varianten grundsätzlich aus einem Polyestergewebe in Leinwandbindung, das außen und innen mit Ether-TPU beschichtet ist. Die Oberfläche ist dabei nicht ganz glatt, sie weist eine leichte Struktur auf.
TPU bedeutet thermoplastisches Polyurethan. Es gehört zur Kunststoffgruppe der Polyurethane und wird unter anderem für flexible Beschichtungen eingesetzt. „Ether-TPU“ bezeichnet eine bestimmte chemische Ausführung dieses Kunststoffs. Die Begriffe Polyester und TPU beziehen sich hier also auf unterschiedliche Bestandteile: Polyester bildet das textile Gewebe, TPU dessen Beschichtung. ORTLIEB TIDURA® ist also ein mit thermoplastischem Polyurethan beschichtetes Polyester-Gewebe.
Die Herstellung erfolgt in mehreren aufeinander abgestimmten Schritten. Nach Angaben von ORTLIEB wird das Trägergewebe in den Benelux-Staaten gewebt. Die Beschichtung übernimmt die Gesellschaft für dichtende Systeme, kurz GDS, in Heilsbronn. GDS ist eine Schwesterfirma von ORTLIEB; die beiden Produktionsstätten liegen unmittelbar nebeneinander. Anschließend wird das Material zu den Taschen verarbeitet und hochfrequenzverschweißt. ORTLIEB begründet diese Organisation mit der Kontrolle der Materialeigenschaften und der Rückverfolgbarkeit der Fertigungsschritte.
Die Wasserdichtigkeit entsteht durch Beschichtung, Verbindungen und Verschluss gemeinsam. Für das beschichtete Gewebe einschließlich der Schweißnähte nennt ORTLIEB eine Wassersäule von bis zu 100.000 mm. Beim Hochfrequenzschweißen wird das Material durch ein elektromagnetisches Verfahren unmittelbar erwärmt, erweicht und unter Druck verbunden. Dadurch entstehen dichte Verbindungsstellen. Die Wassersäule beschreibt, welchem Wasserdruck eine Materialprobe widersteht, bevor Wasser hindurchtritt. ORTLIEB erläutert dieses Prüfprinzip unter Bezug auf ISO 811. Aus einer hohen Wassersäule lässt sich jedoch keine entsprechende zulässige Tauchtiefe für die fertige Tasche ableiten. Dafür müssen auch Öffnungen und Verschlüsse berücksichtigt werden. Als Beispiel einige ORTLIEB TIDURA®-Produkte und der entsprechende Schutz:
- DAYPACK 23L - TIDURA® Core - IP64: staubdicht und gegen Spritzwasser aus allen Richtungen geschützt
- VELOCITY in der TIDURA®-Ausführung - TIDURA® Strong - IP64: staubdicht und gegen Spritzwasser aus allen Richtungen geschützt
- DUFFLE Zip - TIDURA® Strong - Hauptfach IP67: staubdicht und gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt; Außenfach IP64
| Merkmal | TIDURA® Strong | TIDURA® Core |
|---|---|---|
| Flächengewicht | 520 g/m² | 360 g/m² |
| Zugfestigkeit in Kettrichtung | 2.600 N | 1.700 N |
| Zugfestigkeit in Schussrichtung | 2.500 N | 1.600 N |
| Abriebprüfung | 105.000 Zykle | 105.000 Zykle |
| Knickbeständigkeit | über 30.000 Zyklen | über 30.000 Zyklen |
Die Kennwerte haben unterschiedliche Bedeutungen:
- Flächengewicht: Es bezeichnet die Masse eines Quadratmeters Material. Aus den Tabellenwerten ergibt sich für Strong ein Mehrgewicht von 160 g/m² gegenüber Core. Das Gesamtgewicht eines fertigen Produkts hängt zusätzlich von Größe, Schnitt, Tragesystem, Befestigungen und Ausstattung ab.
- Zugfestigkeit: Hier wird eine Materialprobe kontrolliert auseinandergezogen. Kette und Schuss bezeichnen die beiden Fadenrichtungen des Gewebes. Die höheren Strong-Werte zeigen eine höhere Belastbarkeit im angegebenen Zugversuch. Sie sind keine Angabe darüber, mit wie vielen Kilogramm eine fertige Tasche beladen werden darf. Die Norm ISO 1421 behandelt Zugprüfungen an beschichteten Textilien.
- Abrieb- beziehungsweise Scheuerbeständigkeit: Beim Martindale-Verfahren wird eine Probe wiederholt gegen ein Scheuermaterial bewegt. Das untersucht den Widerstand gegen wiederkehrende Reibung. Eine solche Prüfung bildet einen bestimmten Belastungsfall ab; daraus ergibt sich keine feste Lebensdauer in Jahren.
- Mit einem feuchten Tuch beziehungsweise warmem Wasser und milder Seifenlauge reinigen.
- Keine Lösungsmittel, keinen reinen Alkohol und keine säurehaltigen Reiniger verwenden.
- Vor dem Einlagern vollständig trocknen lassen.
- Die Produkte vor UV-Strahlung geschützt lagern; bei DAYPACK und DUFFLE Zip wird außerdem von dauerhaft gerollter oder gefalteter Lagerung abgeraten.
- Eine zusätzliche Imprägnierung ist laut ORTLIEB nicht erforderlich.