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R-Wert

Die Kenngröße von Isomatten und Luftmatratzen in Bezug auf die Isolation

blog-temperatur-rwert[1]Eigentlich stellt sich immer die Frage, welchen Isolationswert haben eigentlich Isomatten bzw. isolierende Luftmatratzen. Reicht die Matte für meine Unternehmung im Winter aus oder ist sie gar im Sommer zu warm (ja, auch das kann passieren, zum Beispiel mit einer DownMat von EXPED). Ab und zu ist dicker nicht gleich wärmer, es kommt auf viele Faktoren an um die richtige Isolations-Matte für den richtigen Temperaturbereich zu finden. Welches Isolationsmaterial wird verwendet, gibt es Ausstanzungen im Schaumkern um Gewicht zu sparen, wie ist der Aufbau der Matte an sich, welches Außenmaterial kommt zum Einsatz und und und.

Um die Matten, egal ob Iso-Matte oder Luftmatratze, ungefähr miteinander vergleichen zu können, gibt es den sogenannten R-Wert (R-Value, Wärmedurchgangswiderstand). Wer sich für die technische Definition interessiert, kann dies unter anderem hier nachlesen.

Der R-Wert gibt den Wärmedurchgangswiderstand eines Materials an. Dabei wird bei Matten nicht jeder einzelne Stoff betrachtet sondern das komplette Produkt an sich, inkl. Außenmaterial und Füllung. Dadurch spricht man eher von der Isolationsfähigkeit bzw. Dämmeigenschaft von Isomatten. Je höher der R-Wert liegt, umso besser isoliert die entsprechende Schlafunterlage.

Bei der richtigen Auswahl der Matte sollte man nicht einzig und alleine auf den R-Wert achten, weitere sehr wichtige Punkte sind: Größe, Packmaß und Gewicht. Nun wird es sicherlich schwierig das alles in Relation zu setzen. Es könnte zwar versucht werden, den R-Value ins Verhältnis zum Gewicht zu setzen, das funktioniert aber nur bei Matten die identisch groß sind und selten zutrifft. Die Größe der Matte ist in der Regel durch die eigene Körpergröße vorgegeben, die Breite ja nach Schlafgewohnheit (Seitenschläfer benötigen eine breitere Matte als zum Beispiel Bauch- oder Rückenschläfer).

Temperaturbereiche

Wie bei den sonstigen Temperaturangaben in Bezug auf „Isolierung für den Menschen“ spielt neben dem Produkt auch das persönliche Empfinden eine große Rolle. Daher ist der R-Wert als eine ungefähre Einschätzung zur Temperatureignung von Isomatten geeignet. Die vom Hersteller angegebenen Werte werden, wie meistens immer, im Labor ermittelt. Ob man damit nun auf einer weichen Wiese oder direkt auf dem Schnee schläft, bleibt dabei unberücksichtigt. Eine gute Bodenbeschaffenheit kann die Effizienz einer Unterlage deutlich erhöhen. Die Angaben zum Wärmedurchgangswiderstand bei Isomatten gelten somit für durchschnittlich kälteempfindliche Personen und unter Laborbedingungen.

Im Normalfall sollte die Temperaturkurve linear verlaufen. Zahlreiche Auswertungen und sicherlich auch unterschiedliche Messmethoden der Hersteller haben im Laufe der Jahre folgende Richtwerte ergeben und sind bei uns im Shop entsprechend ausgewiesen. Gibt der Hersteller einen R-Wert an, so rechnen wir diesen Zusätzlich nach unseren Auswertungen in den entsprechenden Temperaturbereich um:

  • R-Wert 0: bis +15°C (reine Sommermatten)
  • R-Wert 1: bis +7°C (Sommer und warme Frühlings bzw. Herbstnächte)
  • R-Wert 2: bis +2°C (3-Jahreszeiten Matten ohne Bodenfrost)
  • R-Wert 3: bis -5°C (3-Jahreszeiten bis in den milden Winter rein)
  • R-Wert 4: bis -11°C (4-Jahreszeiten, bereits Wintertauglich)
  • R-Wert 5: bis -17°C (Wintertauglich)
  • R-Wert 6: bis -24°C (Wintertauglich, insbesondere für hochalpine Touren)
  • R-Wert 7: bis -32°C (Wintertauglich, Expeditionen, hochalpin, etc.)
  • R-Wert 8: bis -38°C (Extrem-Expeditionen)
  • R-Wert 9: bis -45°C (Extrem-Expeditionen, in Europa selten benötigt)
  • R-Wert 10: bis -50°C (Extrem-Expeditionen)

Es gibt auch Matten, die einen R-Wert von 8 aufweisen, vom Gewicht her nicht für Expeditionen etc. geeignet sind. Diese bieten dann dafür eine sehr bequeme, nahezu Schlafkomfort auf Schlafzimmerniveau. Daher bitte immer die Matte als Ganzes zum geplanten Einsatzzweck betrachten.

Welche Möglichkeiten habe ich, die Werte zu verbessern?

  • Ein „perfekter“ Untergrund (Laub, Gras, etc.) verschafft zusätzliche Temperaturreserven
  • Im Zelt dient der Zeltboden und ggf. die Zeltunterlage als zusätzliche Widerstandschicht
  • Eine untergelegte Rettungsdecke (wiegt wenig und kostet fast nichts) reflektiert zusätzlich
  • Die R-Werte sind kumulativ und addieren sich bei aufeinander gelegten Matten. So sind zwei leichte Matten mit einem R-Wert von je 4 vielleicht leichter oder in der Summe besser als eine große, schwere Matte mit einem R-Wert von 7,8
  • Der Schlafsack, sofern einer benutzt wird, weißt auch einen Wärmedurchgangswiderstand auf, dieser sollte berücksichtigt werden um Kosten zu sparen
  • Kälteempfindliche Personen sollten immer ein wenig Puffer zusätzlich einkalkulieren, kälteunempfindliche können entsprechend auf weniger isolierende Matten zurück greifen

Bitte lassen Sie sich ausführlich beraten um die richtige Matte zu kaufen. Gerne stehen wir Ihnen hierzu persönlich vor Ort in Marktoberdorf oder auch per Mail und Telefon zur Verfügung.